Geburtshoroskop
Ein Horoskop ist eine Karte des Himmels zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Geburtshoroskop zeigt die Positionen der Sonne, des Mondes und der Planeten sowie anderer Himmelskörper zu dem Zeitpunkt, an dem eine Person geboren wurde.
Beispiel: Hermann Hesse ist am 2.7.1877 um 17.55 Uhr GMT (Weltzeit) in Calw geboren.
Schauen wir uns folgendes Beispiel an. Dies ist ein Foto des Firmaments zu diesem Zeitpunkt am Geburtstag vom Geburtsort aus gesehen. Die wichtigsten Gestirne sind mit Pfeilen markiert.

AstrologInnen setzen dies in eine solche Horoskopzeichnung um.
Dazu werden nach astronomischen Daten die Planetenstände von allen Planeten des Sonnensystems und der Sonne und des Mondes berechnet.
Bei Hermann Hesse stand die Sonne auf 11 Grab im Tierkreiszeichen Krebs, der Mond auf 28 Grad in den Fischen usw.
Diese Daten werden nun in ein Kreisdiagramm eingezeichnet. Im Außenkreis sind die Tierkreiszeichen dargestellt, in der Mitte ist somit die Erde:

Da wir in diesem Bild die Erde als den Mittelpunkt betrachten, dreht sich die Erde in dieser Grafik um die Sonne. Dies entspricht dem geozentrischen Weltbild.
Es war lange Zeit die vorherrschende Vorstellung vom Aufbau des Universums und wurde im antiken Griechenland entwickelt. Dieses geozentrische Modell wurde auch von einflussreichen Astronomen wie Ptolemäus im 2. Jahrhundert n.Chr. und später von der katholischen Kirche im Mittelalter unterstützt.
Erst im 16. Jahrhundert wurde das geozentrische Weltbild von einem heliozentrischen Weltbild abgelöst, das besagt, dass sich die Erde und andere Planeten um die Sonne drehen. Diese neue Vorstellung wurde maßgeblich durch den Astronomen Nikolaus Kopernikus mit seinem Werk „De revolutionibus orbium coelestium“ (Über die Umlaufbahnen der Himmelskörper) entwickelt und später von anderen wie Galileo Galilei unterstützt. Das heliozentrische Modell wurde schließlich durch ihre Beobachtungen und Berechnungen bestätigt und ist seitdem die allgemein anerkannte und akzeptierte wissenschaftliche Vorstellung vom Aufbau des Sonnensystems.
Unabhängig davon ist die geozentrische Betrachtung eines Horoskops eine praktische Hilfestellung, um die Abläufe am Firmament erkennen und beschreiben zu können. Beim Vollmond z. B. stehen sich Sonne und Mond direkt gegenüber und die Erde liegt dazwischen. Dies ist in einer Horoskopzeichnung sofort als Opposition zwischen Sonne und Mond erkennbar.
